Die Echokardiographie ist ein Ultraschall-Verfahren, mit dem nichtinvasiv Herzkammern, Herzwände und Herzklappen vermessen werden können und die Funktion des Herzens dargestellt werden kann. Die Doppler- und Farbdoppler-Echokardiographie erlauben die Beurteilung der Blutflussrichtung und die Messung der Blutflussgeschwindigkeit durch die Herzklappen. Damit werden sowohl Verengungen (Stenosen) als auch Undichtigkeiten (Insuffizienzen) erkannt und quantitativ beurteilbar.
Die echokardiographischen Untersuchungen werden von erfahrenen Kardiologen sowie unter Aufsicht von Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung durchgeführt. Die im Echokardiographie-Labor aufgenommenen Bilddaten werden digital gespeichert und können innerhalb des Kliniknetzes eingesehen und diskutiert werden. Unterschieden werden verschiedenen echokardiographischer Verfahren wie TTE, TEE und Stress-Echokardiographie.
Transthorakale Echokardiographie (TTE)
Die Untersuchung erfolgt strahlenfrei von verschiedenen Anlotungspunkten der Brustwand aus und dauert abhängig von der klinischen Fragestellung zwischen 10 und 20 Minuten. Beurteilt werden insbesondere die Herzgröße, die Funktion der Herzkammern und die Funktion der Herzklappen. Bei bestimmten Fragestellungen kann der Einsatz von gut verträglichen Echokontrastmitteln erforderlich werden, die in der Regel über eine Armvene appliziert werden.
Transösophageale Echokardiographie (TEE, Schluckecho)
Zur Darstellung bestimmter Herzstrukturen oder zur Beantwortung spezieller Fragestellung kann die TTE unter Umständen nicht ausreichend und deshalb eine transösophageale Echokardiographie erforderlich sein. Insbesondere eine genauere Untersuchung der Herzklappen (bei Klappenfehler oder Verdacht auf Entzündung), die Suche nach Ursachen für Schlaganfälle, der Ausschluss von Blutgerinnseln vor einer geplanten Rhythmisierung, angeborene Herzfehler sowie Erkrankungen der Hauptschlagader können Indikationen zur TEE darstellen. Die TEE ist eine Untersuchung, bei der eine spezielle Ultraschallsonde in die Speiseröhre (Ösophagus) eingeführt wird. Die Speiseröhre verläuft an der Rückseite des Herzens, so dass bestimmte Strukturen, besonders die Herzklappen, der linke Vorhof, die Vorhofscheidewand und die Hauptschlagader (Aorta) sehr exakt beurteilt werden können.
Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?
In einem Zeitraum von mindestens 4 Stunden vor Untersuchungsbeginn sollte keine Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme erfolgt sein. Die üblichen Medikamente können alleridngs mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.
Nach der Untersuchung sollte bis zum Abklingen der Rachenbetäubung (üblichwerweise ca. 2 Stunden) nichts gegessen oder getrunken werden, da die Gefahr des Verschluckens besteht.
Sollten Sie ein Schlafmittel erhalten haben, dürfen Sie nach der Untersuchung nicht alleine mit dem PKW nach Hause fahren.
Wenn im Alltag Schluckstörungen bestehen, darf die TEE erst nach einer vorherigen Untersuchung (Spiegelung) der Speiseröhre durchgeführt werden.
Stress-Echokardiographie
Die Stress-Echokardiographie ist ein Verfahren zur Erkennung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und damit zur Diagnostik einer Herzkranzgefäßerkrankung. Sie besitzt eine höhere diagnostische Genauigkeit als das reine Belastungs-EKG. Sie kann sowohl im Vorfeld einer Herzkatheteruntersuchung als auch danach eingesetzt werden, um z.B. die Notwendigkeit eines Eingriffs (Ballondilatation/Stent oder Bypass-Operation) zu klären.
Da Störungen der Blutzufuhr zum Herzen meist nur bzw. frühzeitiger unter Belastung erkennbar sind, muss das Herz „gestresst“ werden. Dies kann entweder durch körperliche Belastung (Fahrradergometrie) oder medikamentös (Dobutamin) erfolgen. Dobutamin führt zu einer Steigerung der Herzfrequenz und der Muskelkraft des Herzmuskels. Ggf. wird zusätzlich noch das herzfrequenzsteigernde Medikament Atropin verabreicht. Unter kontinuierlicher Beobachtung des Herzens mit Ultraschall können dann regionale Störungen der Herzmuskelbewegung erkannt und so Rückschlüsse auf die Herzmuskeldurchblutung gezogen werden.
Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?
3 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie nichts essen. Ca. 1 Stunde vorher sollten Sie nichts mehr trinken.
Herzmedikamente wie ß-Blocker und Nitrate sollten bereits am Vortag der Untersuchung pausiert werden, da sie das Ergebnis beeinflussen können.
Da die verabreichten Substanzen innerhalb weniger Minuten abgebaut werden, können Sie spätesten nach einer Nachbeobachtungszeit von ca. ½-1 Stunde die Klinik wieder verlassen.
Patienten mit einem Glaukom (grüner Star) dürfen das Medikament Atropin nicht erhalten. Bitte teilen Sie uns dies unbedingt vor der Untersuchung mit!