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Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin

Erkrankungen & Therapie

Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Die koronare Herzkrankheit ist eine Folge der Atherosklerose (entzündliche Fett- und Kalkeinlagerungen) der Herzkranzgefäße und kann zur Ausbildung von Engstellen (Stenosen der Koronararterien) oder gar Verschlüssen der Gefäße führen. Diese wiederum sind die Ursache von akuten und chronischen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Mögliche Folgen sind akute Herzinfarkte (akutes Koronarsyndrom) sowie die chronische koronare Herzkrankheit (KHK), welche wiederum zu einer Herzmuskeldysfunktion - wie Herzinsuffizienz (eingeschränkte Pumpfunktion) - und Herzrhythmusstörungen führen können. Betroffene klagen typischerweise über Brustschmerzen oder eine Engegefühl in der Brust bei körperlicher Anstrengung. Die Beschwerden gehen unter Ruhebedingungen oder nach Einnahme von Medikamenten (z.B. Nitro-Spray) wieder zurück. Die Schmerzen können auch von der Brust in Richtung Unterkiefer, Bauch, Rücken oder den linken Arm ausstrahlen. Ein weiteres Symptom kann Luftnot bei Belastung darstellen. Gerade bei zuckerkranken Menschen (Diabetiker) können Schmerzen fehlen und die Luftnot der einzige Hinweis auf eine Herzmuskeldurchblutungsstörung sein.

Herzinfarkt (Akutes Koronarsyndrom): Bei einem akuten Koronarsyndrom kommt es wegen eines akuten Verschlusses oder einer hochgradigen Verengung einer Herzkranzarterie zu einer akuten Schädigung  des Herzmuskels. Wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird, können diese Schäden irreparabel sein. Eine unverzügliche Herzkatheteruntersuchung mit der Möglichkeit einer mechanischen Eröffnung des betroffenen Kranzgefäßes) ist die dabei beste und modernste Behandlungsmethode: Dadurch kann der gefährdet Herzmuskelanteil und in der Folge ggf. auch Leben gerettet werden. Bei einem akuten Herzinfarkt verspürt der Betroffene ähnliche Symptome wie oben bei der koronaren Herzkrankheit beschrieben. Allerdings treten diese Beschwerden in Ruhe auf oder bestehen auch in Ruhe fort. Häufig treten weitere Symptome wie Kreislaufschwäche und Schweißausbrüche hinzu. Halten Brustschmerzen ggf. mit Ausstrahlung für mehr als 20 Minuten in Ruhe an, muss immer ein Herzinfarkt in Erwägung gezogen und notfallmäßig ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. 

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Nach einem Herzinfarkt, bei primären Herzmuskelerkrankungen oder in Folge bestimmter Herzklappenfehler kann es zu einer zunehmenden Einschränkung der Pumpleistung des Herzmuskels kommen. Dann ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Häufig ist das Herz in diesen Fällen auch vergrößert. Die Herzschwäche äußert sich für den Patienten in erster Linie als Luftnot, die zunächst nur unter Belastungsbedingungen, im weiteren Krankheitsverlauf aber auch schon in Ruhe auftreten kann. Flach liegen ist dann beispielsweise nicht mehr möglich. Weitere Symptome einer Herzschwäche können Wassereinlagerungen in den Beinen sowie vermehrter nächtlicher Harndrang darstellen.

Herzklappenerkrankungen

Behandlungsbedürftige Herzklappenerkrankungen betreffen in weitaus den meisten Fällen die Klappen der linken Herzhälfte und zwar die Aortenklappe (Klappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader - das Auslassventil) und die Mitralklappe (Klappe zwischen linkem Vorhof und der linken Herzkammer - das Einlassventil).  Grundsätzlich können die Klappen entweder undicht (insuffizient) sein (Blut fließt in die verkehrte Richtung zurück) oder eine Verengung (Stenose) aufweisen. Typische Symptome von Klappenerkrankungen können Luftnot, Schwindel, Bewusstlosigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit und auch gelegentlich ein Engegefühl in der Brust darstellen. Bereits die Auskultation des Herzens (das Abhorchen mit dem Stethoskop) kann Hinweise auf eine Herzklappenerkrankung liefern. Gesichert wird die Diagnose durch eine Untersuchung des Herzens mit Ultraschall (Echokardiographie). Eine medikamentöse Behandlung lindert nur vorübergehend die Symptome und kann die Erkrankung nicht ursächlich behandeln. Ab einem gewissen Schweregrad der Klappenschädigung ist in der Regel eine Herzoperation erforderlich, bei der die betroffene Klappe repariert oder ausgetauscht wird. Zuvor ist in den meisten Fällen zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss relevanter Veränderungen an den Herzkranzgefäßen zuvor eine diagnostische Herzkatheteruntersuchung erforderlich.

Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern, plötzlicher Herztod etc.)

Herzrhythmusstörungen zählen zu den häufigsten Gründen für eine stationäre Aufnahme. Grundsätzlich kann man zwischen prognostisch eher gutartigen und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen sowie zwischen schnellen (Herzrasen -Tachykardie) und langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörungen unterscheiden. Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen mit der Gefahr eines plötzlichen Herztodes sind glücklicherweise seltener und eher bei bereits bekanntermaßen schwerer herzkranken Patienten anzutreffen. Die häufigste Herzrhythmusstörung stellt das Vorhofflimmern dar, das mit zunehmendem Lebensalter deutlich an Häufigkeit zunimmt.
 Herzrhythmusstörungen können vom Patienten als Herzrasen, unregelmäßigen Herzschlag, Extraschläge mit nachfolgender Pause oder aber auch durch Alllgemeinsymptome wie Müdigkeit, fehlende Belastbarkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit wahrgenommen werden. Die Therapie von Herzrhythmusstörungen ist abhängig von der zugrundeliegenden Ursache vielfältig und kann sowohl  allein medikamentös sein als auch eine Schrittmacherimplantation oder spezielle rhythmologische Katheteruntersuchungen erfordern. Zuvor versucht man daher die oft nur vorübergehend auftretende Herzrhythmusstörung zu erfassen und zu klassifizieren. Hierzu dienen das Ruhe-EKG, das Belastungs-EKG sowie insbesondere das Langzeit-EKG (über 24 h) und die stationäre telemetrische Überwachung. Gelegentlich ist auch die Implantation eines sog. Ereignisrekorders (Eventrecorder, siehe dort) angezeigt.

Bewusstlosigkeit (Synkope)

Den plötzlichen Bewusstseinsverlust nennt man Synkope. Eine Synkope kann vielfältige Ursachen haben, die in der Regel im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes oder ambulant abgeklärt werden müssen. Das Spektrum reicht von relativ harmlosen Blutdruckschwankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (siehe dort). Nicht selten kann man rückblickend die Ursache einer Bewusstlosigkeit nicht feststellen. Kommt es im Verlauf häufiger zu solchen Vorfällen, sollte ggf. ein sog. Ereignisrekorder (Eventrecorder) implantiert werden. Dieses kleine Gerät in der Größe eines USB-Sticks zur Datenspeicherung wird unter die Haut im Brustbereich eingepflanzt und zeichnet langsame oder schnelle Herzrhythmusstörungen auf. Spätestens bei der nächsten Synkope kann dann zumindest geklärt werde, ob eine Herzrhythmusstörung ursächlich ist und die Implantation eines Schrittmachers oder Defibrillators erforderlich ist.

Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Eine Herzmuskelentzündung wird überwiegend durch Viren verursacht. Nicht selten haben Betroffene in den Wochen zuvor einen grippalen Infekt durchgemacht, der "verschleppt" wurde und von dem man sich nicht so richtig erholt hat. Eine Herzmuskelentzündung kann zu Schmerzen in der Brust und bei Beeinträchtigung der Herzmuskelfunktion auch zu Luftnot führen (siehe Herzschwäche). Im EKG können Veränderungen beobachtet werden, die oft nicht eindeutig von einem Herzinfarkt abzugrenzen sind. Die meisten Herzmuskelentzündungen heilen folgenlos aus. Es gibt jedoch auch chronische Verläufe, die in eine chronische Herzschwäche münden und sehr schwere akute Verläufe bis hin zum akuten Herzversagen mit der Notwendigkeit einer Herztransplantation. Diagnostisch kommen das EKG, Laborwertbestimmungen, Echokardiographie, das Kardio-MRT und evtl. auch die Herzkatheteruntersuchung zum Einsatz.

Diagnose und Behandlung

Diagnostische Herzkatheteruntersuchung

Unter einer Herzkatheteruntersuchung versteht man das Vorführen von kleinen Hohlschläuchen (Katheter) zum Herzen. Man unterscheidet prinzipiell den Linksherzkatheter (LHK) und den Rechtsherzkatheter (RHK).

 Linksherzkatheter

Der Linksherzkatheter dient der Untersuchung der linken Herzkammer (Lävokardiographie s.u.), der Hauptschlagader und des Körperkreislaufs (Aortographie s.u.) und der den Herzmuskel versorgenden Herzkranzgefäße (Koronarangiographie s.u.). Hierzu wird mit einer Nadel eine Arterie punktiert und nachfolgend über einen dünnen Draht eine sog. Schleuse in das Gefäß vorgeführt. Je nach Indikationsstellung und individuellen Patientenfaktoren erfolgt die Untersuchung entweder über die A. femoralis (Leistenarterie) oder die A. radialis (Arterie am Handgelenk). Gelegentlich wird auch die A. brachialis (Ellenbeuge) verwendet.

Durch die Schleuse werden nachfolgend -über einen Führungsdraht geleitet und unter Röntgenkontrolle- verschieden geformte Katheter über die Hauptschlagader zur linken Herzkammer hin vorgeschoben. Abhängig von der Fragestellung erfolgt lediglich eine Darstellung der Koronararterien oder ergänzend auch der linken Herzkammer. In der Regel werden auch Blutdruck und Sauerstoffgehalt des arteriellen Blutes bestimmt.

Zum Abschluss der Untersuchung werden der Katheter und die Schleuse wieder entfernt. Entweder erfolgt nach einer rein diagnostischen Katheteruntersuchung die Anlage eines Druckverbandes für 4-6 Stunden oder der Verschluss der Punktionsstelle mit speziell hierfür entwickelten Verschlusssystemen (z.B. AngioSeal). Nach Untersuchung über die A. radialis (s.o.) wird in der Regel für wenige Stunden ein durchsichtiges Plastikband mit einer luftgepolsterten Druckkammer um das Handgelenk befestigt.

Koronarangiographie

Die Koronarangiographie dient der direkten Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronararterien), um Verengungen oder Verschlüsse nachzuweisen bzw. auszuschließen. Hierzu werden unter Röntgendurchleuchtung speziell geformte Katheter rückwärts über die Hauptschlagader bis kurz vor die Aortenklappe vorgeführt und in den Abgängen der linken bzw. rechten Koronararterie positioniert. Anschließend wird eine kleine Menge (4-10 ml) Röntgenkontrastmittel in die Koronargefäße gespritzt und auf diese Weise das Koronargefäßsystem dargestellt. Es werden Aufnahmen aus verschiedensten Betrachtungswinkeln angefertigt und digital archiviert. Abhängig von den erhobenen Befunden kann ggf. in gleicher Sitzung eine interventionelle Therapie (Ballondilatation und/oder Stentimplantation, s.u.) von bedeutsamen Engstellen erfolgen. In anderen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen vor einer endgültigen Entscheidung zur Koronarintervention erforderlich oder es wird zu einer Bypass-Operation geraten.

Lävokardiographie

Hierbei handelt es sich um die Darstellung der linken Herzkammer mit Kontrastmittel. Ein speziell geformter Katheter wird hierzu retrograd (rückwärts) über die Aortenklappe in die linke Herzkammer vorgeschoben. Dies kann u.U. zu als unangenehm empfundenen Herzrhythmusstörungen (Extraschläge) führen, die im Rahmen der Untersuchung aber in der Regel  harmlos sind. Nach Messung der Druckwerte wird häufig mittels einer Druckpumpe eine größere Menge Kontrastmittel in die linke Herzkammer gespritzt und auf diese Weise die Größe und Funktion der linken Herzkammer sowie die Funktionstüchtigkeit der Klappen des linken Herzens beurteilt. Die Kontrastmittelinjektion führt zu einem Wärmegefühl im Brustkorb was sich mit Verteilung des Kontrastmittels in Kopf, Rumpf und Extremitäten fortsetzt.

Aortographie

Analog zur Lävokardiographie wird mittels einer Druckpumpe eine größere Menge Kontrastmittel in die Hauptschlagader (meist kurz oberhalb der Aortenklappe) gespritzt und hiermit Größe und Wandbeschaffenheit der Aorta sowie die Funktionstüchtigkeit der Aortenklappe beurteilt.

Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)

Gelegentlich verbleiben selbst nach exakter Darstellung der Koronargefäße mit Kontrastmittel offene Fragen. Dann kann die Untersuchung mit einem speziellen Katheter, der hochaufgelöste Ultraschallbilder direkt aus dem Herzkranzgefäß liefert, hilfreich sein. Hiermit ist eine Erkennung von Einrissen der Gefäßwand sowie eine Charakterisierung der Gewebezusammensetzung einer Herzkranzgefäßverengung (Plaque-Analyse der Stenose – Virtual Histology–VH) möglich. Zudem kann -wenn erforderlich- nach einer Implantation eines Stents die vollständige Anlage der Stentmaschen an die Gefäßwand kontrolliert werden.

Intrakoronarer Druckdraht (Pressure wire, FFR)

Nicht jede in der Koronarangiographie diagnostizierte Verengung führt auch zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und damit zu Beschwerden. Durch einen speziellen Druckdraht, der in das Koronargefäß eingeführt wird, kann noch während einer diagnostischen Koronarangiographie geklärt werden, ob eine Verengung einer Koronararterie (Stenose) zu einer bedeutsamen Minderdurchblutung des Herzmuskels führt und somit behandelt werden muss (Stent oder Bypass-OP). Dies ist insbesondere hilfreich, wenn mehrere Verengungen vorliegen oder die Beschwerden des Patienten auch andere Erklärungsmöglichkeiten zulassen.

Rechtsherzkatheter (RHK)

Der häufig auch als „kleine Herzkatheter“ bezeichnete RHK dient zur Messung von Sauerstoffkonzentration und Druckwerten im rechten Herzen und im Lungenkreislauf. Er kann isoliert oder in Kombination mit dem LHK (s.o.) erfolgen und wird bei speziellen Fragestellungen durchgeführt, zum Beispiel bei Herzmuskelschwäche, Lungenhochdruck und bei Herzklappenfehlern. Meist wird eine große Vene in der Leistengegend punktiert und über einen dünnen Draht eine sog. Schleuse in das Gefäß eingeführt. Durch diese wird der Einschwemmkatheter -ein dünner, flexibler Plastikschlauch mit einem aufblasbaren Ballon am Ende- geschoben und gelangt über die Venen in die rechte Herzkammer. Dabei kann der Katheter kurzfristig Herzrhythmusstörungen auslösen. Anschließend wird er weiter vorsichtig in die Lungenschlagader vorgeschoben. An den einzelnen Messorten erfolgen über den Katheter eine Blutdruckmessung und die Bestimmung des Sauerstoffgehaltes des Blutes. Hieraus sind Rückschlüsse bzgl. der Herzleistung bzw. einer  Herzbelastung möglich.Zum Abschluss der Untersuchung werden der Katheter und die Schleuse wieder entfernt und für wenige Stunden ein Druckverband angelegt.

Ballondilatation (PTCA) und Stentimplantation

Sind bei einer diagnostischen Koronarangiographie Engstellen an den Herzkranzgefäßen diagnostiziert worden, können diese je nach Anzahl, Lokalisation und Erreichbarkeit ggf. mittels Kathetertechnik therapiert werden. Hierzu wird ein sehr feiner Führungsdraht an der Engstelle vorbei weit in die Herzkranzgefäße vorgeschoben und nachfolgen über diesen als Schienung dienender Draht ein sog. Ballonkatheter unter Röntgendurchleuchtung im Bereich der Engstelle platziert. Dort wird der wenige Millimeter im Durchmesser messende Ballon mit hohem Druck für weniger als eine Minute entfaltet und die Engstelle so wieder erweitert (aufgedehnt). Um dauerhaft eine Wiederverengung zu verhindern wird entweder primär oder nach einer Vordehnung ein feines röhrenförmiges Drahtgeflecht (Stent) implantiert. Der Stent ist zusammengefaltet auf einem Ballonkatheter vormontiert und wird ebenfalls über eine Ballonaufdehnung in die Gefäßwand gepresst. Unterschieden werden reine Metallstents (Bare Metal Stent-BMS) von Medikamentenfreisetzenden Stents (Drug Eluting Stent-DES). Letztere führen durch eine spezielle medikamentöse Beschichtung deutlich seltener zu einer relevanten Wiederverengung des behandelten Gefäßabschnitts als reine Metallstents. Wenn eine Stentimplantation nicht möglich ist oder z.B. bei kleinem Gefäßdurchmesser vermieden werden soll, kann alternativ unter Umständen eine Behandlung mit einem medikamentös beschichteten Ballonkatheter erfolgen (Drug eluting balloon-DEB). Zum Abschluss der Untersuchung werden die Katheter, der Führungsdraht und die Schleuse wieder entfernt und die Punktionsstelle wie unter "Linksherzkatheter" beschrieben versorgt. Nach einer Koronarintervention (PTCA/Stent) müssen die Patienten für eine bestimmte Zeit neben der lebenslangen Dauermedikation mit ASS ein zweites Medikament einnehmen, das zusätzlich die Funktion der Blutplättchen hemmt und so der Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) in dem behandelten Gefäßabschnitt vorbeugt. Gängige Medikamente sind das Clopidogrel (Iscover, Plavix), Prasugrel (Efient) oder Ticagrelor (Brilique). Diese Medikamente sollten unbedingt wie verordnet eingenommen und nicht selbständig abgesetzt werden (immer nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen)-

Schrittmacherimplantation zur Behandlung des langsamen Herzschlages

Patienten mit einem zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) sind nicht mehr leistungsfähig und laufen zudem Gefahr eine Bewusstlosigkeit zu erleiden. Wenn beispielsweise über mehrere Sekunden keine Herzaktion erfolgt, wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es treten Schwindel und/oder Bewusstlosigkeit auf. Sind ein zu langsamer Herzschlag oder gelegentlich auftretende lange Pausen gesichert, wird in den meisten Fällen eine Schrittmacherimplantation erforderlich sein. Dabei wird im Rahmen einer kleinen Operation in der Regel lediglich in örtlicher Betäubung ein kleines Schrittmachergerät (wenige Zentimeter groß und wenige Millimeter flach) im Bereich der Brust unter die Haut implantiert und ein oder zwei Schrittmacher-Sonden über die Venen (Blutgefäße) zum rechten Herzen (Vorhof und/oder Herzkammer) vorgeführt und dort verankert. Bleiben die natürlichen elektrischen Herzimpulse aus, wird das Herz elektrisch durch Schrittmacherimpulse zum Schlagen angeregt.

Schrittmacherimplantation zur Behandlung der Herzschwäche (Kardiale Resynchronisationstherapie - CRT-D)

Bei bestimmten Formen der Herzschwäche mit hochgradig eingeschränkter Pumpleistung (immer dann, wenn ein sog. Linksschenkelblock im EKG vorliegt), kann eine Therapie mit einem besonderen Herzschrittmacher dauerhaft zu einer Verbesserung der Pumpleistung und Verkleinerung der linken Herzkammer führen. Dies wird als kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) bezeichnet. Hierzu wird zu den üblichen zwei Schrittmachersonden (rechter Vorhof und rechte Herzkammer) eine dritte Schrittmachersonde ebenfalls über das Venensystem in den sog. Koronarsinus (eine Herzvene) vorgeschoben. Da die für die CRT-Therapie in Frage kommenden Patienten auch gefährdet sind, einen plötzlichen Herztod durch eine schnelle Herzrhythmusstörung zu erleiden, wird die CRT-Therapie in der Regel mit einer Defibrillatortherapie (in einem Gerät) kombiniert.

Defibrillatorimplantation (ICD) zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod infolge von gefährlichen schnellen Herzrhythmusstörungen

Schnelle Herzrhythmusstörungen wie Kammertachykardien, Kammerflattern und Kammerflimmern führen unbehandelt zum Herz-Kreislaufversagen und zum Tod. Bei manchen Patienten, kann ein rechtzeitig eintreffender Notarzt eventuell noch erfolgreich Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten und den Patienten retten. Diese Patienten haben aber auch in der Folgezeit ein erhöhtes Risiko, erneut eine derartige Herzrhythmusstörung zu erleiden. Ihnen wird daher wie bei einer Schrittmacherimplantation im Brustbereich ein kleines Gerät (Implantierbarer Cardioverter Defibrilllator-ICD) implantiert. Dieses registriert ähnlich wie ein Herzschrittmacher mit zum Herz verlaufenden Sonden jeden Herzschlag und im Fall von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen gibt es über die Sonden selbständig einen Stromstoß ab, um die Rhythmusstörung zu beenden (sog. Defibrillation). Aber nicht nur Patienten nach überstandener Wiederbelebung sind Kandidaten für einen ICD sondern auch ausgewählte Patienten mit einer Herzschwäche (z.B. nach einem großen Herzinfarkt). Hier wird der ICD bereits vorbeugend (primärprophylaktisch) eingesetzt, da bei diesen Patienten von einem erhöhten Risiko für eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung auszugehen ist.

Implantation eines Ereignisrekorders (Eventrecorder)

Kommt es wiederholt zu vom Patienten registrierten Herzrhythmusstörungen oder zur Bewusstlosigkeit, kann die Implantation eines sog. Ereignisrekorders (Eventrecorder) sinnvoll sein. Dieses kleine Gerät in der Größe eines USB-Sticks zur Datenspeicherung wird unter die Haut im Brustbereich eingepflanzt und zeichnet langsame oder schnelle Herzrhythmusstörungen auf. Spätestens bei der nächsten Synkope kann dann zumindest geklärt werde, ob eine Herzrhythmusstörung hierfür ursächlich ist und die Implantation eines Schrittmachers oder Defibrillators erforderlich ist. Der Patient kann den Ereignisrekorder aber auch selbst aktivieren, um eine von ihm empfundene Herzrhythmusstörung aufzuzeichnen. In der nachträglichen Geräteabfrage kann dann der Arzt erkennen, um welche Herzrhythmusstörung es sich handelt und welche Therapie angezeigt ist.

EKG

Das Ruhe-EKG ist eine Registrierung der elektrischen Aktivität des Herzens, die unter Ruhebedingungen von der Körperoberfläche abgeleitet wird. Diese elektrischen Impulse werden an der Brustwand (=Brustwandableitungen) und den Armen und Beinen (=Extremitätenableitungen) mit Elektroden aufgenommen.Im EKG können Veränderungen diagnostiziert werden, die u. a. durch Durchblutungsstörungen, Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen,  Klappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelverdickungen sowie durch verschiedenst Medikamente verursacht werden können.

Belastungs-EKG (Ergometrie)

Mit der Ergometrie wird die Kreislauf- und Blutdrucksituation des Patienten überprüft. Sie wird eingesetzt, um belastungsabhängige Durchblutungsstörungen bzw. Rhythmusstörungen des Herzens zu erkennen. Auch zur Kontrolle der medikamentösen Behandlung eines erhöhten Blutdruckes oder bei untrainierten Menschen vor Beginn einer sportlichen Betätigung kann eine Ergometrie sinnvoll sein. Bei der Fahrrad-Ergometrie erfolgt eine sich kontinuierlich steigernde Belastung mittels eines Ergometer-Fahrrads bis zu einer festgelegten Ausbelastungsstufe. Parallel zu den registrierten EKG-Ableitungen in den verschiedenen Belastungsstufen wird der Blutdruck kontrolliert und dokumentiert. Ereignisse, die zum Abbruch der Untersuchung zwingen, sind z. B. Auftreten von Brustschmerzen (Angina pectoris), ein zu hoher Blutdruck oder EKG-Veränderungen.

Langzeit-EKG

Das 24-Stunden-Langzeit-EKG dient zur Aufdeckung von Herzrhythmusstörungen. Dabei kann es sich um Extraschläge (Extrasystolen), Phasen von Herzrasen (Tachykardien) oder einen langsamen Herzschlag (Bradykardie) handeln.

Auf einem elektronischen Speichermedium wird jeder Herzschlag innerhalb von 24 Stunden als EKG aufgezeichnet. Die Daten werden anschließend ausgedruckt und vom behandelnden Arzt ausgewertet. Wenn das Langzeit-EKG getragen wird, sollte ein möglichst normaler Tagesablauf mit den üblichen körperlichen Belastungen angestrebt werden. Hilfreich ist zudem ein Protokollbogen, in dem mit Angabe zur Uhrzeit Tätigkeiten und Ruhepausen sowie ggf. Beschwerden vermerkt werden.

Stationäre Telemetrie

Telemetrie bedeutet die Übertragung von Daten über Entfernung. 
Im Falle einer telemetrischen EKG-Überwachung erhalten Patienten mit erhöhtem Risiko einer Herzrhythmusstörung (z.B. nach akutem Herzinfarkt) oder mit bekannten Herzrhythmusstörungen ein Funk-EKG, welches die abgeleiteten Herzströme direkt zu einem zentralen Überwachungsmonitor sendet. Hier werden die EKGs aller Patienten kontinuierlich von Ärzten, Schwestern und Pflegern überwacht und ausgewertet. Im Falle von bedrohlichen Herzrhythmusstörungen können somit schnell alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden. Unsere Klinik verfügt über eine hochmoderne Telemetrieeinheit mit 12 Plätzen auf 2 Normalstationen.

Langzeit-Blutdruckmessung

Die 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung ist ein besonders exaktes und aufschlussreiches Verfahren zur Beurteilung des Blutdruckverhaltens. Der Blutdruck wird über eine Armmanschette alle 15-20 Minuten automatisch gemessen und die Werte elektronisch gespeichert. Die Technik befindet sich in einem kleinen Kästchen, das leicht bei sich getragen werden kann. Die Werte werden abschließend über den Computer abgerufen und durch den Arzt ausgewertet.
Durchgeführt wird diese Untersuchung, um einen Bluthochdruck zu diagnostizieren oder die Effektivität der medikamentösen Einstellung des Bluthochdrucks zu überprüfen. Mithilfe dieser Methode können auch zuverlässig nächtliche Blutdruckwerte erfasst werden. 

Herzschrittmacher-Abfrage

Herzschrittmacheraggregate und –sonden können im Laufe der Jahre eventuell Funktionsstörungen aufweisen. Zum anderen können patientenspezifische Veränderungen im Krankheitsverlauf eine Umprogrammierung von Schrittmacherfunktionen erforderlich machen. Nicht zuletzt ist nach mehreren Jahren auch die Batterie erschöpft. Damit der Schrittmacher immer genau an die Bedürfnisse des Patienten angepasst ist, Fehlfunktionen frühzeitig erkannt werden können und der Zeitpunkt für einen erforderlichen Schrittmacherwechsel rechtzeitig geplant wird, erfolgt in regelmäßigen Abständen eine Schrittmacherkontrolle.
Dazu gehört das „Durchmessen“ der im Herzen liegenden Sonde(n) von außen und der Batteriecheck. In unserer Klinik sind hierzu sämtliche gängigen Schrittmacherabfragegeräte vorhanden.

Kontrolle implantierter Defibrillatoren (ICD)

Implantierbare Defibrillatoren überwachen kontinuierlich den Herzschlag und dienen zur Beseitigung von lebensbedrohenden Rhythmusstörungen. Die Funktionstüchtigkeit dieser Geräte muss wie bei Schrittmachern regelmäßig kontrolliert werden. Im Laufe der Zeit können sowohl patientenbedingte als auch gerätebedingte Veränderungen auftreten, die eine Anpassung der Programmierungsparameter an die jeweilige Situationen bzw. an die Patientenbedürfnisse erforderlich machen. Weiterhin werden bei diesen Abfragen selbstverständlich auch die verbleibende Batterielaufzeit und die Funktionstüchtigkeit der Sonden kontrolliert.

Die Abfragegeräte für alle gängigen Defibrillatoren sind in unserer Klinik vorhanden.

Echokardiographie

Die Echokardiographie ist ein Ultraschall-Verfahren, mit dem nichtinvasiv Herzkammern, Herzwände und Herzklappen vermessen werden können und die Funktion des Herzens dargestellt werden kann. Die Doppler- und Farbdoppler-Echokardiographie erlauben die Beurteilung der Blutflussrichtung und die Messung der Blutflussgeschwindigkeit durch die Herzklappen. Damit werden sowohl Verengungen (Stenosen) als auch Undichtigkeiten (Insuffizienzen) erkannt und quantitativ beurteilbar.

Die echokardiographischen Untersuchungen werden von erfahrenen Kardiologen sowie unter Aufsicht von Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung durchgeführt. Die im Echokardiographie-Labor aufgenommenen Bilddaten werden digital gespeichert und können innerhalb des Kliniknetzes eingesehen und diskutiert werden. Unterschieden werden verschiedenen echokardiographischer Verfahren wie TTE, TEE und Stress-Echokardiographie.

Transthorakale Echokardiographie (TTE)

Die Untersuchung erfolgt strahlenfrei von verschiedenen Anlotungspunkten der Brustwand aus und dauert abhängig von der klinischen Fragestellung zwischen 10 und 20 Minuten. Beurteilt werden insbesondere die Herzgröße, die Funktion der Herzkammern und die Funktion der Herzklappen. Bei bestimmten Fragestellungen kann der Einsatz von gut verträglichen Echokontrastmitteln erforderlich werden, die in der Regel über eine Armvene appliziert werden.

Transösophageale Echokardiographie (TEE, Schluckecho)

Zur Darstellung bestimmter Herzstrukturen oder zur Beantwortung spezieller Fragestellung kann die TTE unter Umständen nicht ausreichend und deshalb eine transösophageale Echokardiographie erforderlich sein. Insbesondere eine genauere Untersuchung der Herzklappen (bei Klappenfehler oder Verdacht auf Entzündung), die Suche nach Ursachen für Schlaganfälle, der Ausschluss von Blutgerinnseln vor einer geplanten Rhythmisierung, angeborene Herzfehler sowie Erkrankungen der Hauptschlagader können Indikationen zur TEE darstellen. Die TEE ist eine Untersuchung, bei der eine spezielle Ultraschallsonde in die Speiseröhre (Ösophagus) eingeführt wird. Die Speiseröhre verläuft an der Rückseite des Herzens, so dass bestimmte Strukturen, besonders die Herzklappen, der linke Vorhof, die Vorhofscheidewand und die Hauptschlagader (Aorta) sehr exakt beurteilt werden können.

Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?

In einem Zeitraum von mindestens 4 Stunden vor Untersuchungsbeginn sollte keine Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme erfolgt sein. Die üblichen Medikamente können alleridngs mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.

Nach der Untersuchung sollte bis zum Abklingen der Rachenbetäubung (üblichwerweise ca. 2 Stunden) nichts gegessen oder getrunken werden, da die Gefahr des Verschluckens besteht.

Sollten Sie ein Schlafmittel erhalten haben, dürfen Sie nach der Untersuchung nicht alleine mit dem PKW nach Hause fahren.

Wenn im Alltag Schluckstörungen bestehen, darf die TEE erst nach einer vorherigen Untersuchung (Spiegelung) der Speiseröhre durchgeführt werden.

Stress-Echokardiographie

Die Stress-Echokardiographie ist ein Verfahren zur Erkennung von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und damit zur Diagnostik einer Herzkranzgefäßerkrankung. Sie besitzt eine höhere diagnostische Genauigkeit als das reine Belastungs-EKG. Sie kann sowohl im Vorfeld einer Herzkatheteruntersuchung als auch danach eingesetzt werden, um z.B. die Notwendigkeit eines Eingriffs (Ballondilatation/Stent oder Bypass-Operation) zu klären.

Da Störungen der Blutzufuhr zum Herzen meist nur bzw. frühzeitiger unter Belastung erkennbar sind, muss das Herz „gestresst“ werden. Dies kann entweder durch körperliche Belastung (Fahrradergometrie) oder medikamentös (Dobutamin) erfolgen. Dobutamin führt zu einer Steigerung der Herzfrequenz und der Muskelkraft des Herzmuskels. Ggf. wird zusätzlich noch das herzfrequenzsteigernde Medikament Atropin verabreicht. Unter kontinuierlicher Beobachtung des Herzens mit Ultraschall können dann regionale Störungen der Herzmuskelbewegung erkannt und so Rückschlüsse auf die Herzmuskeldurchblutung gezogen werden.

Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?

3 Stunden vor der Untersuchung sollten Sie nichts essen. Ca. 1 Stunde vorher sollten Sie nichts mehr trinken.

Herzmedikamente wie ß-Blocker und Nitrate sollten bereits am Vortag der Untersuchung pausiert werden, da sie das Ergebnis beeinflussen können.

Da die verabreichten Substanzen innerhalb weniger Minuten abgebaut werden, können Sie spätesten nach einer Nachbeobachtungszeit von ca. ½-1 Stunde die Klinik wieder verlassen.

Patienten mit einem Glaukom (grüner Star) dürfen das Medikament Atropin nicht erhalten. Bitte teilen Sie uns dies unbedingt vor der Untersuchung mit!!

Gefäßdoppler/Gefäßduplexsonographie

Hierbei handelt es sich um Ultraschallverfahren, bei denen mit speziell entwickelten Sonden Erkrankungen größerer Gefäße (z.B. der Arterien und Venen der Beine oder der Halsschlagader) diagnostiziert werden können. Es werden die Richtung und die Geschwindigkeit des Blutflusses untersucht und nach Gefäßwandveränderungen oder Verschlüssen (z.B. durch Thrombosen) gesucht.

Gegenüber dem Gefäßdoppler ermöglicht die Gefäßduplexsonographie eine wesentlich differenziertere Diagnosestellung. Beim Gefäßduplex werden die Flussrichtung und die Flussgeschwindigkeit des Blutes farbig im Ultraschallbild dargestellt. Hierdurch erhält der Arzt ergänzende Informationen über eventuell vorhandene Gefäßveränderungen, wie zum Beispiel die Größe und Struktur einer Ablagerung.

Kardiale Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT oder CMR)

Die Bedeutung der CMR hat im Verlauf der letzten Jahre erheblich zugenommen. Als nichtinvasives Verfahren ohne Strahlenbelastung ist die vielseitige CMR für verschiedenste Fragestellungen bei Herzerkrankungen einsetzbar. Hierzu zählen beispielsweise die Darstellung der Anatomie, die exakte Größenbestimmung und Funktionsbeurteilung der Herzkammern, die Beurteilung und Quantifizierung von Klappenerkrankungen, die Darstellung von vitalem Herzmuskel, Infarktnarben und reversiblen Durchblutungsstörungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK) sowie die Darstellung von entzündlichen Veränderungen im Rahmen einer Myokarditis. Zudem erlaubt die CMR eine gute Beurteilung der herznahen Gefäße. Die Abbildung der Koronararterien hingegen befindet sich zurzeit noch in einem experimentellen Stadium.

Für CMR-Untersuchungen stationärer Patienten steht in der Klinik für Radiologie ein konventionelles 1,5 Tesla MRT zur Verfügung. Die Durchführung und Interpretation der klinischen Untersuchungen erfolgt durch erfahrene Fachärzte der Kardiologie.

Der Chefarzt der Medizinischen Klinik I, Herr Priv.-Doz. Dr . med. Grothues, verfügt über eine besondere Expertise im Bereich CMR und ist im Besitz der Zusatzweiterbildung „Kardiale Magnetresonanztomographie“.

Bronchoskopie

Bei der Bronchoskopie handelt es sich um eine Spiegelung der Luftröhre und des gesamten Bronchialsystems (der Luftwege) der Lungen. Hierzu wird ein sog. Bronchoskop (ein wenige Millimeter messender Schlauch, der an seiner Spitze eine Lichtquelle und eine Kameraoptik besitzt) nach örtlicher Betäubung (Spray) und häufig auch Verabreichung eines leichten Schlafmittels in der Regel durch die Nase in die Luftwege des Patienten eingeführt. Mit dieser Untersuchung können zum einen die Bronchien hinsichtlich von Entzündungen oder Tumoren unter Sicht beurteilt werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, das Bronchialsystem zu spülen und die Spülflüssigkeit auf Entzündungs- oder Tumorzellen zu untersuchen (Bronchoalveoläre Lavage - BAL). Weiterhin können mit einer winzigen Zange oder Nadel direkt Gewebeproben (Biopsien) von verdächtigen Strukturen entnommen und nachfolgend untersucht werden. Nicht zuletzt dient sie der Entfernung von versehentlich „verschluckten“ Fremdkörpern. In unserer hochmodernen Endoskopie-Einheit führen wir jährlich ca. 300-400 flexible Bronchoskopien durch.

Was ist vor und nach der Untersuchung zu beachten?

In einem Zeitraum von mindestens 4 Stunden vor Untersuchungsbeginn sollte keine Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme erfolgt sein. Die üblichen Medikamente können mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.

Nach der Untersuchung sollte bis zum Abklingen der Rachenbetäubung (üblicherweise ca. 2 Stunden) nichts gegessen oder getrunken werden, da die Gefahr des Verschluckens besteht.

Sollten Sie ein Schlafmittel erhalten haben, dürfen Sie nach der Untersuchung nicht alleine mit dem PKW nach Hause fahren.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung

Nach einer elektiv geplanten diagnostischen Herzkatheteruntersuchung können Sie das Krankenhaus eventuell noch am selben Tage bzw. abhängig vom klinischen Gesamtzustand und eventueller Begleiterkrankungen in der Regel am Folgetag verlassen.

 Nach einer therapeutischen Behandlung der Koronargefäße (Aufdehnung oder Stentimplantation) ist frühestens am Folgetage des Eingriffs eine Entlassung möglich. In beiden Fällen sollten nach Punktion in der Leistenregion körperliche Anstrengungen wie schweres Heben, Radfahren etc. noch für einige Tage unterbleiben, um Komplikationen im Punktionsbereich wie z.B. zeitverzögerte Einblutungen zu vermeiden.

 Nach Neuimplantationen von Schrittmachern oder Defibrillatoren kann die Entlassung abhängig von bestehenden Begleiterkrankungen häufig bereits am Folgetag erfolgen. Zur Vermeidung von Sondendislokationen oder zeitverzögerten Einblutungen im Bereich der Operationswunde sollte der Arm der betroffenen Brustkorbseite für einige Tage geschont und in der Folgezeit extreme Bewegungen vermieden werden.

 Wir bemühen uns, den Patienten bei Entlassung bereits einen Maschinen geschriebenen Entlassungsbrief für den Hausarzt mitzugeben, der alle wesentlichen Befunde und Informationen zum Krankenhausaufenthalt und insbesondere die zuletzt verordnete Medikation enthält.

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